Tonnenhunde
Was sind "Tonnenhunde?"
Die Griechen setzen die Hunde als "bewegliche Ziegensperren" ein (es können auch Sperren gegen Schafe sein). Die Hunde werden am Ausgang einer Weide oder eines
Grundstücks angebunden oder sogar angekettet. Sie haben, wenn es ihnen "gut" geht, ein altes verrostetes Ölfass oder eine aus Brettern notdürftig zusammengenagelte Hütte als Unterkunft, wenn
überhaupt. Eine Decke oder Unterlage gibt es nicht. Viele haben auch keinen Schutz gegen die Hitze im Sommer und gegen die Kälte im Winter. Auch auf Kreta wird es im Winter sehr kalt, besonders in
den Bergen. Die Leinen oder Ketten sind meist extrem kurz, damit die Tiere den vorbestimmten Platz auf keinen Fall verlassen können. Viele Hunde haben aber gar keinen Unterschlupf. Ernährt werden sie
selten vernünftig, meist müssen sie von Speiseresten leben. Werden sie nicht mehr benötigt, werden sie kostengünstig "entsorgt", soll heißen, erschossen oder ausgesetzt.
Was kann man dagegen tun?
Wir haben in der Vergangenheit mit verschiedenen Methoden versucht, den Tieren zu helfen.
1. Man könnte sie einfach losbinden und in die Freiheit entlassen. Viele von ihnen kommen aber gar nicht mehr in der Freiheit zu Recht, werden sich vermutlich auch keinem Rudel von Streunern anschließen (nicht dürfen, viele Rudel lassen das nicht zu) und werden somit sterben. Auch wäre einen Tag später wieder ein anderer Hund an der Kette. Auch würden Sie sich nach den griechischen Gesetzen des Diebstahls schuldig machen und müssten sich unter Umständen gegenüber den griechischen Strafverfolgungsbehörden verantworten. Das sollten Sie aber auf gar keinen Fall riskieren. Dass die Hundehalter ebenfalls gegen europäisches und auch griechisches Recht verstoßen, interessiert die Polizei meist nicht. Sicher können Sie aber dennoch eine Anzeige bei der Polizei machen und sich auf geltendes europäisches Recht berufen.
2.Wir haben eine lange Zeit versucht, den Besitzern die Tiere abzukaufen. War das anfangs auch noch möglich, obwohl die frei gekauften Hunde sofort gegen neue Hunde ersetzt wurden, hat sich das rasend schnell rumgesprochen und die Forderungen für einen Hund gipfelten in Summen um und deutlich über 500,- € pro Hund. Das war für uns natürlich nicht akzeptabel und auch wegen fehlender finanzieller Mittel nicht möglich.
3.Wenn wir auf der Insel sind, haben wir in unserem Mietwagen immer Futter, Wasser und Decken bei uns. Wir versorgen damit die Hunde, so gut es eben geht. Sicher ist das für Sie nur ein sehr schwacher Trost, aber mehr kann man meist nicht machen. Natürlich können Sie auch mit der Hilfe von "vernünftigen" Griechen, die es durchaus auch gibt, versuchen, den Halter wenigstens dazu zu bewegen, dem Hund einen geeigneten Unterschlupf zu geben, die Kette zu verlängern und ihn vor allem vernünftig und artgerecht zu ernähren. Von seinem Vorhaben, den Hund derart anzubinden und einzusetzen, werden Sie ihn aber nicht abhalten können.
Es tut uns sehr leid, Ihnen keine bessere Lösungen anbieten zu können.
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